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Wer kennt sich schon mit Falschgeld aus?

Der amerikanische Kleinkriminelle Shane Anthony Mele hatte bei einem seiner Einbrüche eine Münzsammlung mitgehen lassen. Weil er wie die meisten anderen Mitbürger auch, keine Ahnung von Geld hatte und auf den Münzen nur den Nennwert von 1 Dollar sah, tauschte er die 30 Münzen an einem Automaten in Florida gegen nur 30 Dollar in Banknoten ein. Damit hatte er sich selbst um 32.970 Dollar gebracht, wie sich später zeigen sollte, denn die gestohlene Sammlung von Silbermünzen war insgesamt ungefähr 33.000 Dollar wert. Anders als bei uns in Deutschland ist der Dollar in den USA seit über zwei Jahrhunderten das offizielle Zahlungsmittel. Im gleichen Zeitraum hatten wir mehr als ein Dutzend verschiedene Zahlungsmittel. Die jüngste Ausgabe des US-Dollars stammt aus dem Jahr 1913 und hat unter seiner Zentralbank Federal Reserve (FED) bislang einen Wertverlust von stolzen 96 % eingefahren. D.h. ein Dollar von 1913 ist heute nur noch 4 Cents wert. Bei den von Mr. Mele geklauten Dollars handelte es sich aber um sogenannte Morgan Dollars und die waren zwar älter, aber dafür auch noch wertvoller.

Der Morgan Dollar wurde zwischen 1878 und 1904 geprägt, als es gerade keine Zentralbank in den USA gab. 1921 gab es eine letzte Sonderauflage, weil die FED zu diesem Zeitpunkt schon die erste unnötige Krise in den Vereinigten Staaten verursacht hatte und die Leute sich nach Hartgeld sehnten. Sein Nennwert betrug lauf seiner Prägung nur einen Dollar, aber er verfügte über einen Silbergehalt von 0,7734 Unzen und das entspricht bei einem heutigen Silberpreis von 15,14 Dollar pro Unze einem Münzwert von 11,70 Dollar. Doch unter Sammlern sind diese Münzen sogar noch etwas mehr wert, weshalb die Sammlung eben circa 33.000 Dollar wert war. Ein Morgan Dollar war eben noch richtiges Geld oder Hartgeld und das wusste Mr. Mele nicht mehr. Beim heutigen Geld handelt es sich hingegen um Papiergeld oder sogar nur noch um elektronisches Geld auf dem Bildschirm. Dies ist nach der jetzt anstehenden zweiten Finanzkrise absehbar gar nichts mehr wert. Die Zentralbanken haben zu viel davon gedruckt und damit in den letzten Jahrzehnten den Menschen einen Wirtschaftsboom vorgegaukelt. Doch nach jedem Geldrausch folgte noch immer regelmäßig der Kater in Gestalt einer Weltwirtschaftskrise.

Wir leben auf der ganzen Welt seit 106 Jahren mit Falschgeld und kannten uns wie Mr. Mele nicht damit überhaupt nicht aus. Er bekam wenigstens noch 30 Dollar ausbezahlt und konnte sich damit immerhin noch ein paar Dosen Bier kaufen.

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