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Wie macht man sich in der heutigen Zeit selbständig?

Der Beschäftigungstrend geht seit vielen Jahren ganz klar in Richtung der kleinen und mittleren Unternehmen. Das hängt einerseits mit der stetigen Entwicklung der neuen Technologien und andererseits mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Großunternehmen zusammen. Ihnen steht das gleiche Schicksal wie den Dinosauriern bevor, denn nichts kann sie mehr retten. Sie sind in jeder Hinsicht ineffizient und in ihrer jetzigen Form einfach betriebswirtschaftlich nicht mehr tragbar. Entweder werden sie zerschlagen oder aufgelöst. Daraus resultiert ein permanenter Strom freigesetzter Arbeitskräfte unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Kenntnissen, welcher demnächst stark ansteigen wird. Die angebliche Suche nach Fachkräften ist schon deshalb purer Schwachsinn, weil das Angebot an Arbeitskräften seit Jahren in Deutschland sehr hoch ist. Fachkräfte musste man schon immer selbst ausbilden und wer an gut ausgebildeten Nachwuchs aus Ländern der dritten Welt glaubt, der sollte dringend mit der Lektüre von Boulevardzeitungen aufhören.

Die Ausbildung an den Schulen und Hochschulen war in Deutschland schon immer rein theoretisch, aber das Niveau ist mittlerweile unterirdisch. Den Praxisbezug muss man sich deshalb mehr denn je während der Arbeit aneignen und das ist künftig das größte Problem, wenn kaum noch qualifizierte Arbeitsplätze gibt. Es wird künftig Millionen unterschiedlicher Berufsprofile geben und eigentlich so gut wie niemand, der sie einem erklären kann. Man muss sich diese Anforderungen deshalb nicht nur selbst aneignen, sondern sie obendrein auch noch selber erfinden. Das ist bei der heutigen schlechten Ausbildung an den Schulden eine sehr große Herausforderung und in den allermeisten Fällen gar nicht mehr lösbar. Doch des einen Problem ist des anderen Aufgabe, d.h. der private Ausbildungsmarkt bekommt einen ordentlichen Wachstumsschub. Schon heute kann man die meisten dieser neuen Fertigkeiten nur noch in den Tutorials auf Youtube erlernen, aber auch nur dann, wenn man ein gutes Lehrvideo gefunden hat. Man muss also erst einmal lernen, wie man etwas zum Lernen findet und dieses dann auch noch verstehen. 90 % dieser Tutorials in englischer und 95 % in deutscher Sprache sind absoluter Schrott, aber die restlichen 10 bis 5 % mitunter einfach unbezahlbar. Wer also nicht über gute Englischkenntnisse verfügt, der hat ein echtes Problem, weil man solche Inhalte noch auf keiner einzigen Schule lernen kann. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es nicht nur eine richtige Lösung für die gestellten Fragen gibt.

Der Weg vom Kommunismus in die reine und auf dem Internet basierende Marktwirtschaft wird für die Betroffenen absehbar brutal werden, aber das ist der Nachteil, wenn man sich über 300 Jahre vehement gegen den Wettbewerb stemmte. Es handelt sich also um eine längst überfällige Veränderung des Marktes, welche jetzt innerhalb weniger Jahre über die Bühne gehen wird. Neben der wirtschaftlichen Anpassung erfolgt noch eine politische, umweltmäßige und energiemäßige Angleichung an die bittere Realität. Wir bekommen also die volle Dröhnung und das auch noch auf nüchternen Magen. Deshalb sollte nicht allzu lange gejammert werden, sonst verpasst man den Anschluss an die neue Zeit komplett und das wäre fatal.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten für den Start in die Selbständigkeit. Das wäre einerseits die erzwungene Selbständigkeit aufgrund einer drohenden oder schon existierenden Arbeitslosigkeit und andererseits die freiwillige Selbständigkeit aus eigenem Antrieb heraus. Beides kann funktionieren, aber die konzeptionellen Ansätze und der persönliche Stressfaktor sind unterschiedlich. Bei der erzwungenen Selbständigkeit ist der Zeitdruck höher, weil sie überraschend auf einen zukommt und bei der freiwilligen Selbständigkeit kennt man das Vorhaben in der Regel bereits weitaus früher und konnte sich deshalb besser vorbereiten. Doch in der Praxis ist das nicht immer der Fall. Schließlich ist niemand perfekt und wer das Gegenteil behauptet, der lügt sich in die eigene Tasche.

Weil wir uns schon seit etlichen Jahren in einer dauerhaften Wirtschaftskrise befinden, werde ich mich in diesem Beitrag zunächst der erzwungenen Selbständigkeit widmen, weil diese wohl die Triebfeder für die Mehrheit der künftigen Existenzgründer darstellen dürfte. Die aktuelle Wirtschaftskrise besteht zum größten Teil auch deshalb, weil es in einer derart verkrusteten Volkswirtschaft, wie in Deutschland kaum noch einen nennenswerten Wettbewerb gibt. Denn nur der Wettbewerb bringt ein Land weiter und den gibt es bei uns eigentlich nur noch ansatzweise im Internet. In der Offline-Wirtschaft ist es deshalb im Dienstleistungssektor deutlich schwieriger, eine Marktlücke zu finden, als in der Online-Wirtschaft. Ohne den heutigen Technologiesektor, welcher aber noch völlig unterentwickelt ist, sähe die Zukunft für Existenzgründer wirklich sehr düster aus.

Der erste Schritt nach der grundlegenden Entscheidung zur Selbständigkeit, sollte darin bestehen, eine Marktlücke zu finden. Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine der schwierigsten Aufgaben eines Unternehmers, weil es zwar noch immer sehr viele unbesetzte Marktlücken gibt, aber die springen einem nicht gerade ins Auge. Man muss sie erst einmal entdecken und dies gleicht mitunter der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Außerdem ist man in der Regel kein Alleskönner und deshalb kann man meistens die schönste Marktlücke selbst gar nicht bedienen. Man verfügt nur über ganz bestimmte Fertigkeiten und wenn man mit diesen die Marktlücke nicht entsprechend bearbeiten kann, dann zieht sich dieses Vorhaben mitunter unnötig in die Länge. Die beste Konstellation ist deshalb die, dass man bereits eine Idee im Hinterkopf hat und diese im Idealfall bereits erfolgreich testen konnte. Das erspart eine Menge Zeit und damit auch Geld. Weil dies auf die wenigsten Existenzgründer zutreffen wird, geht es im nächsten Schritt in die Erkundungs- und anschließend in die Testphase.

Die Selbständigkeit geht wirklich etwas besser von der Hand, wenn man ein Hobby zum Beruf macht und deshalb sollte man erst einmal seine Hobbys und Fähigkeiten aufschreiben. Durch die neuen Medien kann man heute einiges zu Geld machen, was vor zehn Jahren nur zu einem Kopfschütteln geführt hätte. Und mit Google kann man heute kostenlos die dafür notwendige Marktforschung dazu erstellen. Man sieht dabei, was tatsächlich gefragt ist und man kann auch schon einmal seine möglichen Mitbewerber ausmachen. Früher war das nicht möglich. Was man in dieser Phase tunlichst vermeiden sollte, das ist die Beschäftigung mit den Tipps der ganzen Gurus auf Youtube & Co zum Thema Geld verdienen. Schließlich würde kein normaler Mensch seine Geschäftsideen im Internet präsentieren, wenn sie denn tatsächlich lukrativ wären. Man kann sich diese Präsentationen durchaus zur Unterhaltung oder zur Einführung in das Thema anschauen, weil man dabei trotzdem einiges über Marketing lernen kann. Aber alle diese angeblich tollen Geschäftsideen halten bei einer genaueren Überprüfung ihren Versprechungen nicht stand. Das wäre auch zu verlockend. Es sei denn, man macht sich als einer dieser Online-Existenzgründungsberater selbständig, doch dieses Marktsegment ist inzwischen weltweit randvoll mit Angebern besetzt. Wer da trotzdem mitmachen will, könnte im kommenden Boom der Existenzgründer durchaus noch etwas mitnehmen, aber die Halbwertszeit der heutigen Booms wird immer kürzer und dann steht man nach nur zwei oder drei Jahren wieder vor dem gleichen Problem. Die nachhaltige Suche nach einer Marktlücke kann locker bis zu einem halben Jahr dauern und sie ist hart, aber sie wird einen länger ernähren. Hilfreich sind dabei gute Tutorials über die Suche mit Google und die Auswertung von Google Trends. Ohne dieses Basiswissen kommt man nur schwer weiter.

Die meisten neuen Geschäftsideen werden aus dem dezentralen Internet resultieren, welches bald in seine nächste Wachstumsphase treten dürfte. Dann kann man erfolgreiche Geschäftsideen einfach kopieren und auf die Blockchain setzen. Doch dazu benötigt man selbstverständlich die notwendigen Kenntnisse in diesem Technologiebereich, welche man sich aber noch aneignen kann. Das Wissen aus dem zentralen ersten Internet wird sich im dezentralen zweiten Internet in barer Münze auszahlen und die Möglichkeiten sind vielfältiger.

Etwas einfacher wird es im nächsten Schritt bei der Konkurrenzanalyse bzw. beim Ausloten der Marktnische. Sollte es in einer angeblichen Marktnische keinen Mitbewerber geben, dann ist es vermutlich gar keine Marktlücke. In der heutigen Welt des Internets gibt es nämlich selbst in zukünftigen oder niemals existierenden Marktnischen mindestens einen Anbieter, selbst wenn sie nur ihre Webseite betreiben und sonst noch nichts gemacht haben oder machen werden. Auf der Basis ihres Internetauftritts kann man sie meistens rasch beurteilen, ob sie einem gefährlich werden könnten oder auch nicht. Die Größe einer künftigen Marktlücke kann man lediglich abschätzen und bei existierenden Marktnischen sollte man qualifiziert über Google suchen. Damit kann man seine Chancen in solchen Märkten besser abschätzen.

Den Geschäftsplan für die gefundene Marktlücke kann man abschließend in ein paar Tagen erstellen. Die Zeitplanung einer Geschäftsidee sollte man großzügig schätzen, weil die Zeit zur Umsetzung einer Geschäftsidee traditionell immer zu niedrig angesetzt wird. Wichtigster Punkt in der Geschäftsplanung ist die regelmäßige Überprüfung der eigenen Geschäftsidee nach bestimmten Zeitintervallen und deren Anpassung an die während der Arbeit anfallenden Marktdaten. Erfahrungsgemäß kommt meistens am Ende etwas ganz anderes heraus, als man es sich zu Beginn der Firmengründung vorstellte. Aber entscheidend ist bei einem solchen Projekt, dass am Ende überhaupt etwas dabei herauskommt.

Ein sehr kritischer und extrem wichtiger Punkt ist die Finanzierung der Existenzgründung. Auch hier muss man vollständig umdenken. Bislang war es relativ einfach, Geld für eine komplett schwachsinnige Geschäftsidee aufzutreiben. Dieses Phänomen zu Beginn des 21. Jahrhunderts nannte sich Startups und kaum eines dieser mit Fremdkapital finanzierten Unternehmen konnte sich etablieren. Das lag schlicht und ergreifend daran, dass die Welt in überschüssigem und wertlosem Geld schwamm und schwachsinnige Ideen auch mit viel Geld nicht funktionierten. Diese Zeit neigt sich ihrem Ende entgegen und künftig wird Geld wieder sehr knapp sein. Doch weil man auch bisher für gute Ideen keinen Kredit von der Bank bekam, bleibt eigentlich alles so wie es schon immer war. Weil man aber keinem eine gute Geschäftsidee zeigen sollte, ist der Gang zu einer Bank niemals zu empfehlen. Bankiers haben keine Ahnung von Betriebswirtschaft, dafür aber umso mehr vom Stehlen. Diesen Gang sollte man sich deshalb tunlichst ersparen. Außerdem sollte man keinem seine Geschäftsidee vorstellen. Das Internet bietet einige neue Möglichkeiten zur Finanzierung eines jungen Unternehmens an und die sollte man bei Bedarf, wenn es anders nicht geht, durchaus nutzen. Besser und sicherer ist jedoch immer die Unternehmensgründung mit Eigenkapital.

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