Privacy Policy Wie sich Archegos ein Luftschloss aus 100 Milliarden Dollar baute und dann damit abstürzte – AG News

Wie sich Archegos ein Luftschloss aus 100 Milliarden Dollar baute und dann damit abstürzte

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Wirecard war etwas für Anfänger in diesem Betrugssystem.

Wer jedoch die hohe Kunst des Betrugs studieren möchte, der sollte jetzt etwas genauer aufpassen.

Knapp eine Woche nach dem größten Zusammenbruch eines Hedgefonds seit LTCM im Jahr 1998, kann man sich langsam ein Bild dieses jüngsten Betrugsvorgangs machen.

Es ist die Geschichte von Bill Hwang und seiner Archegos, welche aus langweiligen Aktien die Firma mit der bislang besten Performance in diesem Jahr machte.

Aber auch nur bis vor gut einer Woche, als plötzlich diese Glückssträhne endete und die berühmten Margincalls (man musste Kapital nachschießen) alles vernichteten.

Dies führte zu Milliardenverlusten bei einigen Banken und Bloomberg bezeichnete dieses Ereignis als einen Leveraged Blowout.

Den Leverage-Effekt bekommt man schon auf dem Wirtschaftsgymnasium eingetrichtert und er besagt nichts anderes, als dass man die Rendite eines Unternehmens durch Fremdkapital erhöhen kann.

Was jedoch selbst im Studium nicht verraten wird, das ist das optimale Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital.

Man könnte es deshalb die akademische Anstiftung zum Betrug nennen und das ist es natürlich auch.

Denn bei Archegos gab es überhaupt kein Eigenkapital mehr (welches in der Theorie als das unausgesprochene Nonplusultra gilt) und deshalb musste das in der Praxis einfach so enden wie es endete:

Als die größte Implosion eines Hedgefonds im 21. Jahrhundert!

Aufgrund der Berichte der Financial Times und von Bloomberg kann man sich jetzt erstmals ein grobes Bild dieser Verwüstungen machen.

Und dies sieht wie folgt aus:

Weil Archegos in seinem verschachtelten Imperium keine einzige Aktie besaß, konnte es auch von der amerikanischen Aktienaufsicht SEC nicht kontrolliert werden.

Dies war der geniale Teil dieses Plans.

Finanzmathematisch funktionierte dies jedoch nur dann optimal, wenn die gekauften Aktien ohne Ende in den Himmel hinein wuchsen.

Dies konnte man zu Beginn dieses bösen Spiels selbst steuern, weil man die treibende Kraft durch Aktienkäufe hinter dem Kursanstieg war.

Die fehlende Kontrolle durch die SEC und die unbegrenzten Kredite waren die beiden tragenden Säulen dieses Betrugssystems.

Das staunende Fachpublikum wunderte sich nur, warum die Aktien eines alten Medienunternehmens wie Viacom CBS in wenigen Wochen um beinahe 300 % angestiegen waren.

Die Investoren vermuteten, dass die Aktie entweder unterbewertet oder vielleicht ein zweites GameStop im Gange war.

Vielleicht war Viacom aber auch nur das Ziel einer feindlichen Übernahme.

Nur ein paar Eingeweihte auf den Chefetagen der Wall Street Händler wussten ganz genau, was wirklich los war.

Es war Archegos Capital Management, welches sich einen enormen Bestand an Viacom CBS Aktien zulegte.

Und das mit dem Geld der ahnungslosen Banken.

Zu ihnen gehörten Goldman Sachs, Morgan Stanley, Wells Fargo, Credit Suisse, UBS, Deutsche Bank (wer sonst?), Nomura und Mitsubishi UFJ.

Sie gaben Hwang das ganze Spielgeld um weitere Aktien zu kaufen, bis er der größte Aktionär von Viacom war.

Was sie nicht wussten, das war das Ausmaß seiner Einkäufe.

Er hatte 10 Milliarden Dollar für Viacom-Aktien ausgegeben.

Schließlich erreichte sein gesamtes Aktienportfolio mit anderen Aktien sogar 100 Milliarden Dollar.

Er investierte in 9 Aktien, bei welchen er zu großen Anteilseignern aufstieg.

Doch mit seinem hohen Fremdkapitalanteil wäre das selbst bei anderen Hedgefonds nicht üblich gewesen.

Er operierte mit einer zehnfachen Streckung ohne sicherndes Netz nach unten und das war für einen kleinen Familienbetrieb einfach zu riskant.

In diesen Sphären operieren nur Giganten wie Citadel und Millennium.

Er selbst hatte bis zum Ende keine einzige Aktie in seinem Besitz, denn sie lagen alle bei seinen Händlern und die erlaubten ihm die zehnfache Kreditaufnahme.

Der Aufwärtstrend der Viacom-Aktie rief auch andere Marktteilnehmer auf den Plan, welche den Aktienkurs beeinflussen konnten und das war der Anfang vom Ende.

Die Bäume wachsen selbst an der Börse niemals endlos in den Himmel hinein.

Viacom selbst wollte nämlich davon profitieren und verkaufte Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar.

Dies brachte den Kurs am Montag vergangener Woche zum Einsturz und das war das Ende von Archegos.

Goldman, Morgan Stanley und die Deutsche Bank reagierten schnell und verkauften ihre Anteile.

Sie vermieden dadurch hohe Verluste, machten aber trotzdem Verluste.

Nomura und die Credit Suisse warteten zu lange und hängen nun mit 2 Milliarden und 4 Milliarden Dollar in den Seilen.

Das Finanzsystem ist aber schon seit einem Jahr viel zu brüchig, um solche Einschläge wegstecken zu können.

Es geht also bei den aktuell geforderten harten Lockdowns um diese finanziellen Dinge und nicht etwa um ein Grippevirus bei 20 Grad im Schatten.

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