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Wirtschaftlich ziemlich dumm gelaufen

Am 4. Oktober 2019: Beim Untergang des aktuellen Finanzsystems handelt es sich um einen schleichenden Tod, weil es dabei um den Verlust vieler Pfründe geht. Über einige hundert Jahre hinweg entstand ein perfekt organisiertes System der Günstlingswirtschaft, welches sich bis in die kleinsten Dörfer hinein erstreckte. Jeder verlangte in diesem System der Raubwirtschaft seinen finanziellen Anteil an dieser Beute. Die Auswirkungen kann man überall auf der Welt sehen, falls man noch objektiv die Welt betrachten kann. Der Wohlstand wurde auf diese Art und Weise von der arbeitenden Bevölkerung zu den Faulen und Dummen umgeschichtet. Deshalb liest man heute in den Leitmedien nur noch Schrotttexte und langweilt sich im öffentlich-rechtlichen sowie auch im privaten Fernsehen. In den Schulen und Hochschulen wird nur noch die Unwissenheit geschürt und weiter verbreitet. Ein solches System zerstört sich auf lange Zeit selbst, weil auch Blutsauger immer wieder frisches Blut benötigen, welches inzwischen aber nicht mehr vorhanden ist.

 

Der ISM Services in den USA (das nicht verarbeitende Gewerbe) ließ sich von den Zahlen des verarbeitenden Gewerbes wohl anstecken und fiel deshalb ebenfalls auf einen Wert ab, welchen man seit 2016 nicht mehr sah. Dazu muss man wissen, dass 2016 das Finanzsystem ebenfalls kurz vor dem Kollaps stand, aber mit den letzten verfügbaren Kräften noch einmal wiederbelebt werden konnte. Manche glauben auch jetzt noch einmal an ein Wunder, welches durch massive Zinssenkungen in den USA erzeugt werden könnte. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Die letzte Zinssenkung der amerikanischen Zentralbank FED verpuffte und das tiefe Eintauchen in die negativen Zinsen unterließ man selbst in Europa aus gutem Grund. Höhere negative Zinsen (also mehr als 1 %) sind reiner Selbstmord und deshalb hat man hier keine Handhabe mehr. Die andere gängige Methode der Ausweitung der Geldmenge ist ebenfalls am Limit angelangt und löste die Probleme vor drei Wochen am Repo-Markt in den USA aus. Hier gelangte man zur sensationellen Erkenntnis, dass zu viel Liquidität auch nicht ganz gut ist. Falls Sie einen Garten besitzen, dann können Sie dieses Experiment gerne selbst verifizieren. Falls Sie im Sommer Ihren Garten regelmäßig gießen, dann ernten Sie im Herbst die dicksten Kartoffeln. Indem Sie das alles übertreiben und Ihren Garten komplett unter Wasser setzen, ernten Sie jedoch schließlich gar nichts außer Spott. Genau das haben unsere Genies bei den Zentralbanken getan und damit können Sie leicht nachvollziehen, auf welchem geistigen Niveau in diesem Metier gewerkelt wird.

 

Die Unternehmensanleihen von Wework sind augenblicklich der beliebteste Short-Trade an der Wallstreet, weil sie nicht gerettet werden. Man läßt sie untergehen und deshalb ist diese Wette (das ist ein Short) auch todsicher. Hier fliegen einem die gebratenen Tauben direkt in den Mund, weil Wetten auf sinkende Preise die bereits sinkenden Preise nur noch beschleunigen. Das Unternehmen schiebt einen Schuldenberg von 669 Millionen Dollar vor sich her und wird daran in Zeiten wie diesen garantiert zugrunde gehen.

 

Die chinesischen Börsen sind aufgrund der goldenen Woche noch immer geschlossen, aber in Europa gaben die Aktienkurse angeführt vom britischen FTSE weiter nach. In den USA ging es nach der Veröffentlichung der schlechten Zahlen des ISM Service (des nicht verarbeitenden Gewerbes) nach unten, aber das Plunge Protection Team glich dies durch einen Short Squeeze wieder aus. Der VIX ging wieder bis auf den Wert von 21 hinauf und weist eindringlich auf das fiebrige Finanzsystem hin. Weil jedoch sämtliche wirtschaftlichen Ausblicke in die nähere Zukunft sich gerade verschlechtern, wird das Zittern an den Börsen bis zum ersten Crash weitergehen, denn das Warten auf ein wirtschaftliches Wunder ist völlig vergebens.

 

Den Kryptowährungen geht es mit 217 Milliarden Dollar weiterhin an den Kragen und Silber mit 515 Euro pro Kilo bzw. Gold mit 1.508 Dollar pro Unze liegen an ihren teuren Ketten gefesselt herum. Der WTI-Ölpreis befindet sich bei 52,64 Dollar pro Fass und fiel gestern zeitweise bis auf 50 Dollar pro Fass ab. Auch hier ist guter Rat teuer und einige behaupten, dass der niedrige Ölpreis ein Werk der Chinesen ist, welche ihn durch den Iran umsetzen lassen. Es müsste längst etwas passiert sein, aber die Situation scheint derart heikel zu sein, dass selbst die Machthabenden inzwischen das große Fracksausen bekommen haben.

 

Auch im politischen Bereich läuft es weiter absolut nicht nach Plan. Und wieder einmal ist es wie vor 4 Jahren Michael Moore, welcher es erneut prophetisch auf den Punkt bringt: Joe Biden wird im künftigen Wahlkampf zur neuen Hillary Clinton. Das Impeachment-Verfahren wird absehbar nicht gelingen und dies wird in Kombination mit einer unkontrollierbaren wirtschaftlichen Entwicklung zu einem erneuten ungeplanten Ausgang der Wahlen in den USA führen. Doch zunächst sind wir mit der Eurozone dran. Ich war gestern in der Schweiz unterwegs und bin in einem kleinen Dorf mitten in ein Herbstmanöver der Schweizer Armee geraten. Als ehemaliger Bundeswehrsoldaten aus den goldenen siebziger Jahren der Bundeswehr kann ich nur sagen, dass wir zu keinem Zeitpunkt so gut und motiviert waren, wie die Schweizer gestern. Sie werden bei einem Kollaps der Eurozone ihre Grenzen dicht machen und das ist auch die einzig richtige Entscheidung.

 

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