Studierende werden darauf trainiert, nach Schlüsselfakten zu suchen, anstatt Erzählungen oder Argumente vollständig zu erfassen.
Dies führt im Studium zu Schwierigkeiten mit komplexen oder anspruchsvollen Texten.
Der zunehmende Einsatz von KI-Tools verschärft dieses Problem, da sie Abkürzungen bieten, die den für echtes Verständnis notwendigen kognitiven Aufwand umgehen.
Hinzu kommen gesellschaftliche Trends:
Die ständige Konfrontation mit Kurzformaten in sozialen Medien prägt junge Menschen auf Kürze, sodass längere Texte als überfordernd empfunden werden.
Nuancen spielen dabei auch sozioökonomische Ungleichheiten eine Rolle:
Studierende aus sozial benachteiligten Schulen stehen aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu hochwertigen Lesematerialien oder einem förderlichen Lernumfeld vor noch größeren Herausforderungen.
Sonderfälle, wie beispielsweise neurodiverse Lernende oder solche mit nicht-englischsprachigem Hintergrund, verdeutlichen, wie sich diese Schwierigkeiten mit anderen Herausforderungen überschneiden und dadurch Minderwertigkeitsgefühle verstärken können.
Als Reaktion darauf senken Dozierende nicht einfach die Erwartungen, sondern entwickeln innovative Lehrmethoden, um die Studierenden dort abzuholen, wo sie stehen.
Traditionelle Vorlesungen, die Vorkenntnisse voraussetzen, sind interaktiven Methoden gewichen, wie dem Vorlesen von Textpassagen im Unterricht und deren zeilenweiser Analyse.
Manche Lehrende behandeln einen Text mehrmals im Laufe eines Semesters, um die Vertrautheit und die Kompetenzen schrittweise aufzubauen.
In Literaturkursen konzentrieren sich Dozierende beispielsweise zunächst auf kürzere Auszüge und führen die Studierenden schrittweise zu längeren Werken, um das Selbstvertrauen zu stärken.
In Wirtschafts- oder Berufsprogrammen, in denen 40–50 % der Studierenden Leseanfänger sind, kann die Motivation durch praxisnahe Anwendungen, wie die Analyse von Fallstudien im Hinblick auf ihre berufliche Relevanz, zu schnellen Verbesserungen führen.
Diese Anpassung ist jedoch nicht unumstritten. Kritiker argumentieren, sie komme einer „Verhätschelung“ gleich und könne die Entwicklung der im Berufsleben notwendigen Selbstständigkeit verzögern.
Das Wissen ist schon heute der wichtigste Rohstoff in ganz Europa.
Wir beschäftigen uns deshalb mit der besten Wissensvermittlung an jüngere Zielgruppen von den Grundschülern bis hin zu den Studenten.
Dies beinhaltet auch Maßnahmen zur Förderung des Lesens und Schreibens.

