Erstsemester sind zunehmend nicht einmal mehr in der Lage, bescheidene Leseaufgaben zu bewältigen

Erstsemester sind zunehmend nicht einmal mehr in der Lage, bescheidene Leseaufgaben zu bewältigen

Erstsemester sind zunehmend vollkommen unvorbereitet für die grundlegenden Anforderungen des Hochschulstudiums.

Viele sind nicht einmal mehr in der Lage, bescheidene Leseaufgaben zu bewältigen.

Tyler Jagt, Dozent für Literatur und Schreiben an der Universität, beleuchtete diese Krise in einem kürzlich erschienenen Essay für “The Chronicle of Higher Education”. 

Er schilderte, dass kein einziger seiner Studenten einen 20-seitigen Artikel zu Ende lesen konnte.

Das ist eine Aufgabe, die er selbst als Student nur ein Jahrzehnt zuvor problemlos gemeistert hatte.

Ein Student gab an, Schwierigkeiten gehabt zu haben, weil er immer wieder den roten Faden des Textes verlor.

Und das ist ein Problem, das keineswegs ein Einzelfall zu sein scheint.

 Jagt verweist auf alarmierende landesweite Daten, die diesen Trend untermauern.

Die „National Assessment of Educational Progress“-Studie von 2024 zeigte, dass die Leseleistungen von Schülern der 12. Klasse auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1992 lagen.

Fast ein Drittel der Schüler schnitt unterhalb des Grundniveaus ab und war oft nicht in der Lage, aus explizit dargelegten Texten allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen. 

Ein separater Bericht der Annie E. Casey Foundation ergab, dass etwa 70 Prozent der Viertklässler, rund zwei Millionen Kinder, nicht über ausreichende Lesekompetenzen verfügen.

„Was ich in meinem Unterricht erlebe, ist keine bloße Vermutung mehr“, schreibt Jagt.

 „Es gibt einen messbaren, generationen- übergreifenden Einbruch bei der Fähigkeit zu ausdauerndem Lesen und Schreiben, und der Hochschulbetrieb reagiert darauf eher mit Improvisation und Erschöpfung als mit der erforderlichen strukturellen Neuausrichtung.“

Verschärft wird das Problem durch die weitverbreitete Nutzung generativer KI-Tools, mit denen viele Studenten schwierige Texte zusammenfassen oder ganz umgehen, sowie durch die ständige Präsenz von Smartphones. 

Studien bringen diese Geräte mit einer verringerten kognitiven Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeits- spanne in Verbindung.

Selbst dann, wenn sie gar nicht aktiv genutzt werden. 

Jagt weist darauf hin, dass neuronale Bahnen für anhaltende Konzentration verkümmern, wenn sie nicht regelmäßig trainiert werden.

„Wenn mir also ein Student erzählt, er habe bei einem 20-seitigen Artikel ‚immer wieder den Faden verloren‘, muss ich anerkennen, dass er womöglich einen messbaren neurologischen Zustand beschreibt“, schrieb er.

 „Die neuronalen Bahnen, die anhaltende Aufmerksamkeit ermöglichen, bilden sich durch Nutzung heraus und sie verkümmern, wenn diese ausbleibt.“ 

Wir bieten Kurse zur Förderung der Lesefähigkeit für alle Zielgruppen an.

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