Einem Bericht von Futurism zufolge sind handelsübliche WLAN-Router in Privathaushalten in der Lage, menschliche Körper zu scannen und Personen anhand von Signalverzerrungen eindeutig zu identifizieren, was dringende Fragen hinsichtlich des Potenzials für eine flächendeckende Überwachung aufwirft.
Forscher haben nachgewiesen, dass gewöhnliche WLAN-Geräte Einzelpersonen erkennen und identifizieren können, indem sie analysieren, wie Funkwellen mit deren individuellen körperlichen Merkmalen interagieren.
Und das selbst dann, wenn die betreffende Person keinerlei vernetztes Gerät bei sich trägt.
Diese Technologie funktioniert unter verschiedensten Bedingungen.
Auch durch Wände hindurch und es stützt sich auf bereits vorhandene Hardware, die in Millionen von Haushalten weltweit zu finden ist.
Das System erfasst unverwechselbare biometrische Signaturen, die entstehen, wenn WLAN-Signale von Knochen, Organen und der allgemeinen Körperbeschaffenheit reflektiert werden.
In Tests erzielte das System nahezu perfekte Identifizierungsraten.
Bei einem Experiment wurde während normaler Gehbewegungen eine Genauigkeit von 99,5 % erreicht.
Professor Thorsten Strufe vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erläuterte den zugrundeliegenden Mechanismus:
„Indem wir die Ausbreitung der Funkwellen beobachten, können wir ein Bild der Umgebung sowie der anwesenden Personen erstellen.
Dies funktioniert ähnlich wie bei einer herkömmlichen Kamera.
Mit dem Unterschied, dass in unserem Fall Funkwellen anstelle von Lichtwellen für die Erkennung genutzt werden.“
Ein weiterer Forscher wies auf die datenschutzrechtlichen Risiken hin und merkte an:
„Angesichts der Tatsache, dass diese Hardware bereits in Millionen von Haushalten Einzug gehalten hat, sind die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gravierend.“
Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie Standard-Router unter Nutzung unverschlüsselter Feedback-Daten aus dem sogenannten „Beamforming“ potenziell Standort, Aktivitäten und Identität von Personen erfassen könnten.
Und dies ganz ohne den Einsatz spezieller Überwachungstechnik.
Während die Studie einerseits innovative Sensorik-Fähigkeiten aufzeigt, markiert sie andererseits auch eine neue Dimension der passiven Überwachung, die die Aufmerksamkeit von Datenschützern und politischen Entscheidungsträgern dringend erfordert.