Der aus dem Garten Eden strömende und in der Bibel erwähnte Fluss wurde nach langer Zeit doch noch entdeckt

Der aus dem Garten Eden strömende und in der Bibel erwähnte Fluss wurde nach langer Zeit doch noch entdeckt

Einem Bericht der Daily Mail zufolge haben Wissenschaftler die urzeitlichen Ursprünge des Euphrats rekonstruiert.

Also eines jener vier Gewässer, die im Buch Genesis als aus dem Garten Eden entspringend beschrieben werden.

Diese Entdeckung wirft ein völlig neues Licht auf die geologischen Kräfte, die diesen legendären Fluss formten.

Einen Fluss, der seit Langem sowohl für die biblische Überlieferung als auch für die Wiege der menschlichen Zivilisation in Mesopotamien von zentraler Bedeutung ist.

Über Jahrmillionen hinweg blieben die Anfänge des Euphrats unter Sedimentschichten verborgen und wurden durch tektonische Umwälzungen immer wieder neu geformt.

Dies gab Experten lange Rätsel darüber auf, wie diese lebenswichtige Lebensader ursprünglich entstanden war.

Mithilfe seismischer Bildgebung, Satellitendaten, geologischer Kartierungen sowie der Analyse von Tiefseesedimenten ist es Forschern nun gelungen, die komplexe Geschichte des Flusses zusammenzufügen.

Ihre Ergebnisse offenbaren, dass einst zwei gewaltige urzeitliche Flüsse, der Paläo-Karasu und der Paläo-Murat, getrennt voneinander durch das heutige Gebiet der Türkei und Syriens flossen. 

Mächtige geologische Kräfte führten schließlich ihre Zusammenlegung herbei, leiteten den vereinten Strom in Richtung des Persischen Golfs und formten so vor rund 1,6 Millionen Jahren den heutigen Euphrat.

„Die Analysen deuten darauf hin, dass der Paläo-Murat-Fluss erstmals vor mehr als 16,5 Millionen Jahren in Erscheinung trat, während sich der Paläo-Karasu im Zeitraum zwischen etwa 8,6 und 5,9 Millionen Jahren vor heute entwickelte“, heißt es in der Studie.

Eine entscheidende Umwälzung ereignete sich vor rund 5,3 Millionen Jahren während eines Ereignisses, das zu einer Austrocknung im Mittelmeerraum führte, als ein eingeschränkter Zufluss aus dem Atlantik einen dramatischen Abfall des Meeresspiegels verursachte.

Dies zwang die Flüsse dazu, begünstigt durch tektonische Kippbewegungen und die Reaktivierung von Verwerfungen, tiefere Flussbetten in das Gelände zu graben.

Zugleich lösten ausbrechende Hochlandseen katastrophale Überflutungen aus.

Die Studie, die am 1. Juni in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde, räumt mit früheren widersprüchlichen Theorien über den Verlauf des Flusses auf und verdeutlicht, wie diese urzeitlichen Prozesse dazu beitrugen, jene fruchtbaren Landschaften zu erhalten, aus denen frühe Hochkulturen wie die der Sumerer und Assyrer hervorgingen.

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