Den USA droht ein landesweiter Stromausfall, der 18 Monate oder länger dauern könnte

Den USA droht ein landesweiter Stromausfall, der 18 Monate oder länger dauern könnte

Den Vereinigten Staaten droht laut einem Bericht der Daily Mail, der sich auf Enthüllungen des ehemaligen Vorsitzenden der Federal Energy Regulatory Commission stützt, das beängstigende Szenario eines landesweiten Stromausfalls, der 18 Monate oder länger andauern könnte.

Jon Wellinghoff, der einst die für die Überwachung der nationalen Energiemärkte zuständige Behörde leitete, deckte diese Schwachstelle nach einem Schusswaffenangriff auf ein Umspannwerk von Pacific Gas and Electric nahe San Jose (Kalifornien) im Jahr 2013 auf.

Eine von ihm in Auftrag gegebene Analyse der Stromflüsse simulierte die Auswirkungen eines Ausfalls der jeweils kritischsten Umspannwerke in den drei großen amerikanischen Stromnetzen, dem Western Interconnection, dem Eastern Interconnection und dem Texas Interconnection. 

Die Ergebnisse waren alarmierend.

„Wir sind auf erstaunliche Zahlen gestoßen“, sagte Wellinghoff.

 „Wenn man insgesamt neun Umspannwerke in diesen drei Stromnetzen ausschaltet, kann man die gesamten Vereinigten Staaten lahmlegen.“

Dafür müssten keine spezifischen, namentlich bekannten Standorte gezielt angegriffen werden.

 Jede beliebige Kombination der zehn wichtigsten Umspannwerke in jedem der Verbundnetze würde ausreichen. 

Die Identifizierung dieser Knotenpunkte, so fügte er hinzu, sei denkbar einfach: 

„Man muss nur herausfinden, welches die zehn kritischsten Anlagen in jedem dieser Verbundnetze sind.

Das ist eine Aufgabe, die wahrscheinlich auch eine Gruppe Zwölfjähriger ohne Nachhilfe mit Internetzugang mühelos bewältigen könnte. 

Man muss sich lediglich eine Netzkarte ansehen und feststellen, wo die meisten Leitungen in die Umspannwerke führen.

Dort befindet sich ein kritisches Umspannwerk.“

Kurz nach Abschluss der Analyse informierte Wellinghoff das Weiße Haus, den Kongress und das Energieministerium.

 In seinem Bericht warnte er davor, dass eine Beschädigung großer Leistungstransformatoren das Land für anderthalb Jahre oder länger von der Stromversorgung abschneiden könnte.

Das Heimatschutzministerium reagierte darauf, indem es Energieversorger besuchte und auf einen verstärkten physischen Schutz drängte. 

Es folgte ein Industriestandard für die Versorgungssicherheit, der die Betreiber von Umspannwerken dazu verpflichtete, Risiken zu bewerten und Schutzkonzepte zu entwickeln. 

Angesichts von landesweit mehr als 200.000 Meilen an Hochspannungsleitungen und rund 55.000 Umspannwerken bleibt ein umfassender Schutz jedoch schwer zu realisieren.

Ein länger anhaltender Stromausfall würde sich rasch zu einer nationalen Krise ausweiten.

Kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen und Abwassersysteme könnten zwar für eine begrenzte Zeit mit Diesel- oder Erdgasgeneratoren betrieben werden. 

Auch die sogenannten „Primary Entry Point“- Radiosender verfügen über Treibstoffreserven für den Generatorbetrieb von etwa 60 Tagen.

Sobald diese Vorräte aufgebraucht wären und die Pumpen für Erdgas ausfielen, würde sich „die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff innerhalb weniger Tage verschlechtern“, so eine Einschätzung der North American Electric Reliability Corporation (NERC) und des US-Energieministeriums aus dem Jahr 2010.

Die Kommunikation würde zusammenbrechen, da Mobilfunknetze, Internet und Fernsehen ausfielen. 

Elektronische Finanztransaktionen kämen zum Erliegen, und „nach einigen Tagen käme es zu weitverbreiteten sozialen Unruhen und Chaos“.

Die Wiederherstellung des Stromnetzes würde sich als außerordentlich schwierig erweisen.

 Große Leistungstransformatoren wiegen Hunderttausende von Pfund, werden maßgefertigt und weisen derzeit durchschnittliche Lieferzeiten von 128 Wochen auf.

In einigen Fällen sogar bis zu fünf Jahren, bedingt durch Lieferengpässe während der Pandemie und die stark steigende Nachfrage seitens der Rechenzentren.

Einheimische Hersteller produzieren nur etwa 20 Prozent der von den USA benötigten Einheiten.

 Veraltete Anlagen verschärfen das Problem: 

Viele Transformatoren haben ihre erwartete Lebensdauer bereits überschritten.

Mark Lauby, Chefingenieur der NERC, argumentiert, dass die Komplexität des Stromnetzes und die eingebauten Redundanzen einen kaskadierenden landesweiten Stromausfall unwahrscheinlich machten.

 Wellinghoff selbst merkt an, dass neue, seit 2013 errichtete Übertragungsleitungen die Widerstandsfähigkeit möglicherweise verbessert haben.

Dennoch bleibt die Bedrohung bestehen. 

Neonazi- und akzelerationistische Gruppierungen betrachten den Angriff von San Jose weiterhin als Vorbild. 

Auch andere Akteure haben bereits Interesse gezeigt:

 So wurde festgestellt, dass China eine „Backdoor“-Software in einem Transformator installiert hatte, der für einen staatlichen Energieversorger bestimmt war, und der Iran wurde mit Sabotageakten an Wasserversorgungssystemen in Verbindung gebracht.

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