Eine neue Drohne, die aus der Luft Auto-Kennzeichen aus einer Entfernung von fast 600 Meter lesen kann, wird nun an die US-Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert.
Laut einem Bericht von Gadget Review hat Flock Safety seine „Alpha“-Drohne vorgestellt.
Dabei handelt es sich um einen in den USA hergestellten und NDAA-konformen Quadrocopter, der als System für Ersthelfer konzipiert ist.
Er übermittelt die aus der Luft erfassten Daten der Kennzeichen direkt in das bereits bestehende, landesweite Netzwerk des Unternehmens zur automatischen Kennzeichenerkennung.
Das System richtet sich an Behörden, denen der Einsatz von DJI-Drohnen chinesischer Herstellung aufgrund bundesstaatlicher Vorschriften untersagt ist.
Die Alpha startet autonom, überträgt Wärmebild Videos an Einsatzkräfte am Boden und kehrt zu einer Dockingstation zurück, wo sie dank eines Akkuwechsels in weniger als 90 Sekunden wieder einsatzbereit ist.
Die offiziellen technischen Daten nennen eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 96 km/h sowie eine kardanisch aufgehängte Sensoreinheit, die optische Kameras, hochauflösende Wärmebildtechnik und einen Laser-Entfernungsmesser kombiniert.
Laut Flock kann die Drohne Kennzeichen aus einer Entfernung von ca. 600 Meter identifizieren.
Die erfassten Kennzeichendaten bleiben nicht isoliert.
Die Alpha ist an dieselbe Cloud-Plattform angebunden, die bereits von Tausenden stationären Flock-Kameras im ganzen Land genutzt wird.
Dieses Netzwerk protokolliert Fahrzeugbewegungen und ermöglicht Suchanfragen mittels KI-gestützter natürlicher Sprache, wodurch eine lückenlose Aufzeichnung der Fahrwege von Autos entsteht.
Bürgerrechtsgruppen warnen schon lange vor dieser Infrastruktur.
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) bezeichnete das ALPR-Netzwerk von Flock als ein System, das „auf Massenüberwachung ausgelegt und anfällig für schwerwiegenden Missbrauch“ sei.
In einer Analyse aus dem Jahr 2025 dokumentierte die EFF den Behörden übergreifenden Datenaustausch, Fehlalarme aufgrund veralteter Kennzeichen- informationen sowie Fälle von Missbrauch durch Polizeibeamte.
Flock betont, dass die Systeme Fahrzeuge und keine Personen erfassen und weder Gesichtserkennung noch demografisches Profiling zum Einsatz kommen.
Kritiker halten dem entgegen, dass die systematische Aufzeichnung der Bewegungen jedes Autos, in einem Land, in dem das Autofahren eine tägliche Notwendigkeit darstellt, faktisch auch die darin befindlichen Personen überwacht.