Laut einem Bericht von Goldman Sachs könnte der anhaltende Ölpreisanstieg, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, den US-Arbeitsmarkt erheblich belasten.
Bis Ende 2026 könnten monatlich Tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Kundenanalyse prognostizierten die Ökonomen der Bank, dass höhere Rohölpreise sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken und die Konsumausgaben dämpfen sowie die Neueinstellungen verlangsamen würden, selbst wenn sich im Energiesektor einige Gewinne abzeichnen.
Die Basisszenario-Prognose geht von einem Nettoverlust von rund 10.000 Arbeitsplätzen pro Monat für den Rest des Jahres aus.
„Der steigende Druck auf die Arbeitslosigkeit ist primär auf geringere Neueinstellungen zurückzuführen, mit einem geringeren Beitrag durch vermehrte Entlassungen in Branchen, die am stärksten von der schwächeren Konsumnachfrage betroffen sind“, schrieb das Goldman-Team.
Die Bank rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote bis zum Ende des dritten Quartals auf 4,6 % steigen wird.
Dies folgt auf einen unerwarteten Anstieg auf 4,4 % im Februar, als die Wirtschaft 92.000 Arbeitsplätze verlor.
Höhere Ölpreise dürften die Inflation energieintensiven Bereichen anheizen und gleichzeitig die Haushalte zu geringeren Konsumausgaben veranlassen, was die Abschwächung des ohnehin schon schwächelnden Arbeitsmarktes verstärkt.
Am stärksten betroffen sind die Freizeit- und Gaststättenbranche mit einem potenziellen Verlust von rund 5.000 Arbeitsplätzen pro Monat bis zum vierten Quartal.
Auch der Einzelhandel, das verarbeitende Gewerbe sowie das Bildungs- und Gesundheitswesen werden voraussichtlich deutlich unter Druck geraten.
Traditionell haben höhere Ölpreise zwar die Beschäftigung im Energiesektor angekurbelt, doch Goldman Sachs wies darauf hin, dass Effizienzsteigerungen in diesem Sektor diese positiven Effekte diesmal begrenzen könnten.
Diese Warnung erfolgt inmitten eines allgemeinen Rückgangs der Neueinstellungen:
Nach Revisionen wurden in den USA im vergangenen Jahr lediglich 181.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 1,4 Millionen im Vorjahr.