US-Energieunternehmen haben Abkommen und Partnerschaften im Wert von rund 60 Milliarden US-Dollar mit der irakischen Regierung besiegelt.
Dabei zielen mehrere Initiativen darauf ab, neue Transportwege für Öl aus der Region am Persischen Golf zu schaffen, die an anfälligen Engpässen vorbeiführen.
Die am Freitag in der US-Handelskammer in Washington unterzeichneten Vereinbarungen decken verschiedene Bereiche ab, darunter das Gesundheitswesen, die Kommunikation und den Infrastrukturausbau.
Sie erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Konflikte in der Region, die traditionelle Schifffahrtsrouten beeinträchtigt und die Sorge um die weltweite Energiesicherheit verstärkt haben.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge zielen die Abkommen darauf ab, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu verringern.
Das ist eine entscheidende Wasserstraße, über die üblicherweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt wird.
Wann diese Alternativen tatsächlich in Betrieb genommen werden können, ist allerdings noch ungewiss, da die Realisierung großer, länderüber- greifender Pipeline-Projekte Jahre in Anspruch nehmen kann.
Thomas Barrack, der US-Botschafter in der Türkei, unterstrich die möglichen Auswirkungen und erklärte, die Abkommen über Ölpipelines würden zu einem Programm führen, „das die Straße von Hormus zur Nebensache macht“.
Die Vereinbarungen folgen auf ein Treffen am Donnerstag in Houston zwischen dem irakischen Premierminister Ali Falah al-Zaidi und Vertretern von Chevron.
Dabei drängte der Premierminister das Unternehmen, seine Investitionen im Irak auszuweiten und zu beschleunigen.
Am Freitag unterzeichnete Chevron drei separate Abkommen mit der irakischen Regierung.
Jake Spiering, bei Chevron für die Unternehmens- entwicklung zuständig, erläuterte, dass sich zwei der Abkommen auf die Steigerung der Ölförderung konzentrierten, während das dritte die „Investition in eine Pipeline zum Gegenstand habe, die eine weitere Exportroute aus dem Irak auf die Weltmärkte schaffen soll.
Dies ist für die Energiesicherheit von großer Bedeutung.“
In diesem Zusammenhang begrüßte das US-Außenministerium eine Vereinbarung zwischen dem Irak und Syrien, der Sanierung und dem Wiederaufbau der Rohölpipeline zwischen den beiden Ländern Priorität einzuräumen.
„Die Vereinigten Staaten begrüßen das Engagement eines von den USA geführten internationalen Konsortiums bei der Umsetzung der technischen und finanziellen Aspekte dieses Projekts“, teilte das Ministerium mit.
Die geplante Pipeline soll die Region Basra im Süden des Irak mit Haditha im Westen verbinden und von dort aus bis zum türkischen Hafen Ceyhan sowie zur syrischen Anlage in Baniyas an der Küste verlaufen.
Nach Schätzungen irakischer Regierungsvertreter könnte sie täglich rund 2 Millionen Barrel Öl transportieren.
Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass mehrere in der Region geplante Pipelines langfristig einen erheblichen Teil jener Ölmenge bewältigen könnten, die zuvor über die Straße von Hormus geleitet wurde.
Bis Ende 2028 könnten diese Pipelines ein Volumen von rund 14 Millionen Barrel pro Tag befördern, im Vergleich zu einem täglichen Durchfluss von etwa 23 Millionen Barrel durch die Straße von Hormus vor Beginn des Konflikts.
Diese Initiativen erfolgen vor dem Hintergrund des Ende Februar ausgebrochenen Konflikts zwischen den USA und dem Iran, der zu Drohungen einer Schließung der Meerenge sowie zu erheblichen Schwankungen der weltweiten Ölpreise geführt hat.
Der Irak, der zwar über reiche Ölreserven verfügt, aber im Spannungsfeld konkurrierender Einflüsse steht, strebt diese Partnerschaften an, um langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.
Auf dem Gipfeltreffen betonte Premierminister al-Zaidi, der Irak sei an dauerhaften Investitionen und Kooperationen interessiert und nicht an kurzfristigen Projektverträgen.
Bis dahin können Sie aber froh sein, wenn der Benzinpreis mit einer 2 beginnt.