Einem Bericht von MarketWatch zufolge zehren die sich verschärfenden Lieferengpässe infolge des anhaltenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran die weltweiten Rohölvorräte rapide auf. https://www.marketwatch.com/story/why-the-oil-crisis-could-become-a-full-blown-catastrophe-within-a-month-84129cd0
Dies schürt die Befürchtung schwerer Energieknappheit, die sich binnen weniger Wochen zu einer ausgewachsenen Katastrophe ausweiten könnte.
Die globalen Ölreserven haben bislang die Auswirkungen der massiven Produktionsausfälle, ausgelöst durch den Krieg sowie die nahezu vollständige Einstellung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz, abgefedert.
Letztere gilt als strategisch entscheidender Engpass, durch den etwa ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Rohöls fließt.
Da jedoch die diplomatischen Bemühungen um eine Friedenslösung ins Stocken geraten sind und die US-Inflation auf ein Drei Jahres Hoch geschnellt ist, warnen Analysten davor, dass diese Pufferreserven in gefährlichem Tempo schwinden.
Die Industrienationen sehen sich nun mit der Aussicht auf akute Energieknappheit konfrontiert, sollten die Lieferströme nicht bald wieder anlaufen.
Der Konflikt, der Ende Februar seinen Anfang nahm, hat, entsprechenden Analysen zufolge, in den vergangenen 75 Tagen zu einem geschätzten Ausfall von fast einer Milliarde Barrel an Ölversorgung geführt.
Zahlreiche Schiffe liegen nach wie vor in der strategisch wichtigen Wasserstraße vor Anker.
Dieser Stillstand hat den Druck auf die Lagerbestände, die ohnehin schon in rasantem Tempo abgebaut wurden, zusätzlich verschärft.
Analysten von J.P. Morgan haben auf den drastischen Rückgang der scheinbaren globalen Ölnachfrage hingewiesen.
Das ist ein Rückgang, der im März durchschnittlich 2,8 Millionen Barrel pro Tag betrug und sich im April mit 4,3 Millionen Barrel noch weiter verschärfte.
Dies unterstreicht, dass die aktuelle Belastungssituation primär auf physische Versorgungsengpässe zurückzuführen ist und weniger auf eine rein konjunkturelle Abschwächung.
„Die weltweiten Rohölreserven schwinden rapide und treiben die Welt in Richtung einer Versorgungsnotlage“, betont der Bericht von MarketWatch und merkt an, dass die traditionellen Pufferreserven kurz vor der vollständigen Erschöpfung stehen.
Ein in dem Bericht zitierter Experte warnte davor, dass die Situation ohne eine baldige Lösung außer Kontrolle zu geraten drohe, da die kommerziellen und strategischen Reserven in den von Ölimporten abhängigen Regionen mittlerweile ein kritisch niedriges Niveau erreicht hätten.
Seit Ausbruch des Konflikts sind die Ölpreise bereits um fast 50 Prozent gestiegen; das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Belastung könnte jedoch erst noch bevorstehen, während die Pufferreserven weiter dahinschmelzen.