Taiwan wandelt seine Küstenwache rasch von einer herkömmlichen Behörde zur Durchsetzung von Seerecht in einen entscheidenden Bestandteil seiner Verteidigung im Kriegsfall um:
Die Schiffe werden mit Anti-Schiffs-Raketen ausgerüstet und in hochintensive Übungen eingebunden, die darauf abzielen, eine chinesische Invasion noch vor Erreichen der Inselküste zu stoppen.
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ ist dieser Wandel ein zentraler Bestandteil der Strategie Taipehs, die Kosten und Risiken zu erhöhen, mit denen Peking bei einem Versuch zur Eroberung der selbstverwalteten Insel konfrontiert wäre.
Am Samstag führte ein Küstenwachschiff vier Raketenschnellboote aus dem südlichen Hafen von Kaohsiung hinaus.
Etwa eine halbe Stunde später folgten Einheiten der Marine mit mobilen Radarsystemen, Raketenwerfern, Sturmbooten und Drohnen im Rahmen einer koordinierten Übung, die demonstrieren sollte, wie Taiwan einem chinesischen amphibischen Angriff begegnen würde.
Die Übung fand im Rahmen der jährlichen Militärmanöver „Han Kuang“ statt, bei denen die Fähigkeit der Insel getestet wird, einem umfassenden Angriff zu widerstehen.
Das beteiligte Küstenwachschiff gehört zur Anping-Klasse, einer Serie von zwölf modernen Patrouillenschiffen, die auf den Korvetten der Tuo-Chiang-Klasse der Marine basieren.
In Friedenszeiten übernehmen diese Schiffe Routinepatrouillen, Such- und Rettungseinsätze sowie das Vertreiben ausländischer Fischereifahrzeuge.
Im Konfliktfall können sie innerhalb weniger Stunden mit containerbasierten Startvorrichtungen für bis zu 16 Anti-Schiffs-Lenkwaffen der Typen Hsiung Feng II und Hsiung Feng III ausgerüstet werden.
Dies macht die Küstenwache zu einer, wie es offizielle Stellen bezeichnen, zweiten Marine.
Wären alle zwölf Schiffe der Anping-Klasse voll bewaffnet, könnten sie insgesamt bis zu 192 Lenkwaffen gleichzeitig einsetzen.
Medienberichten zufolge legt die Marine bereits einen Vorrat von weiteren 96 Reserve-Lenkwaffen für die Flotte an, womit sich die Gesamtzahl auf 288 erhöhen würde.
Dank ihrer Katamaran-Rumpfkonstruktion können die Schiffe auch in den oft rauen Gewässern der Taiwanstraße effektiv operieren und spielen somit sowohl bei Konfrontationen im sogenannten Graubereich als auch bei hochintensiven Gefechten eine Rolle.
Präsident Lai Ching-te wohnte Teilen der Küstenverteidigungsübung bei und ging an Bord eines der kleineren Raketenschnellboote der Kuang Hua VI-Klasse.
„Angesichts externer Bedrohungen und Herausforderungen arbeitet die Regierung weiterhin daran, die Landesverteidigung zu stärken und dem Personal von Militär und Küstenwache ihre volle Unterstützung zukommen zu lassen“, erklärte Lai.
Die erweiterte Mission der Küstenwache spiegelt Taiwans umfassendere „Stachelschwein-Strategie“ wider:
Eine Invasion soll so kostspielig und kompliziert gestaltet werden, dass Peking gezwungen ist, diesen Schritt genau zu überdenken.
Offizielle Stellen betonen, dass es nicht nur darum gehe, feindliche Schiffe zu versenken, sondern auch zu verhindern, dass chinesische Landungstruppen an taiwanesischen Stränden Fuß fassen.
Mobile landgestützte Raketenbatterien, Drohnen und Schnellboote wirken mit den neu bewaffneten Schiffen der Küstenwache zusammen, um küstennah gestaffelte Feuerkraftzonen zu schaffen.
China hat den Druck durch fast tägliche Militärflüge und Kriegsschiff-Einsätze rund um Taiwan sowie durch ein zunehmend aggressives Auftreten seiner Küstenwache stetig erhöht.
Die taiwanesischen Behörden werten dies als Nötigung im Graubereich, die noch unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges liegt.
Peking beansprucht die Insel als eigenes Territorium und hat den Einsatz von Gewalt zur Herbeiführung einer Wiedervereinigung nicht ausgeschlossen.
Die taiwanesische Regierung weist diese Ansprüche zurück und bekräftigt, ihre Demokratie verteidigen zu wollen.
In guten Zeiten benötigen Sie nur ein Grundwissen, aber in schlechten Zeiten wie diesen, sollte jeder deutlich mehr davon verstehen, wie bestimmte Dinge in einer sich rasch ändernden Welt funktionieren.
Und genau das ist der Zweck meiner Onlinekurse für alle Alterszielgruppen, welche Ihnen dabei helfen sollen, die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Es geht dabei um Ihr künftiges Leben.
Und das funktioniert nur dann reibungslos, wenn man die Grundlagen der heutigen Zeit richtig verstanden hat.
Die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Lerneinheiten dauern 45 Minuten.
Das Kennenlerngespräch ist übrigens kostenlos.
Terminanfragen unter:
auer@arrangement-group.de