Laut einem Bericht von Futurism fordern Professoren der University of California (UC) die Hochschulleitung eindringlich auf, standardisierte Zulassungsprüfungen wieder einzuführen.
Sie verweisen dabei auf alarmierende Mängel im Grundwissen der Studienanfänger.
Das in der vergangenen Woche eingereichte Schreiben der Dozentenschaft beleuchtet eine wachsende Krise bei der Vorbereitung auf das Hochschulstudium.
Die Professoren berichten, dass viele Erstsemester über derart schwache Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften verfügen, dass sie kaum das Niveau der Mittelstufe erreichen.
Dies zwingt die Lehrenden dazu, wertvolle Unterrichtszeit für Nachhilfe aufzuwenden.
Besonders kritisch ist die Lage an Einrichtungen wie der UC Berkeley.
Nach Einschätzung der Professoren weisen mittlerweile fast ein Drittel der Studierenden, die im ersten Semester Analysis belegen, „gravierende Defizite in der Vorbildung“ auf.
„Wir beobachten inzwischen so eklatante Wissenslücken, dass die Dozenten Mathematikkenntnisse der Mittelstufe nachhelfen müssen, während sie gleichzeitig den Stoff lehren, den die Studierenden für Naturwissenschaften, Ingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften und andere quantitativ anspruchsvolle Fachbereiche benötigen“, so die Dozenten.
„Die UC verfügt nur über begrenzte Ressourcen und kann nur einer begrenzten Anzahl von Studierenden helfen.“
Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund umfassender Veränderungen bei den Zulassungsrichtlinien.
Viele Universitäten, darunter auch die UC, hatten die Vorlage von SAT- und ACT-Testergebnissen während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 freigestellt.
Heute verlangen mehr als 90 Prozent der US-Hochschulen diese Tests nicht mehr.
Einige Eliteuniversitäten sind jedoch zu der früheren Regelung zurückgekehrt.
Das MIT führte die Testpflicht 2022 wieder ein, gefolgt von Harvard und Dartmouth im Jahr 2024 sowie Yale erst im vergangenen Monat.
Die UC hält hingegen an ihrer Praxis fest, die Tests optional zu belassen, und legt stattdessen Wert auf Aufsätze, außerschulisches Engagement und andere Faktoren.
Die Sorgen der Professoren werden durch den rasanten Aufstieg von KI-Tools verstärkt, die mit einer Zunahme von Täuschungsversuchen, Noteninflation und einem nachlassenden kritischen Denkvermögen bei Studierenden in Verbindung gebracht werden.
Das Schreiben unterstreicht die Belastung der universitären Ressourcen, während sich die Lehrenden mit diesen immer größer werdenden Wissenslücken auseinandersetzen müssen.
In Deutschland sieht es nicht sehr viel anders aus und hier sollten wir auch endlich Aufnahmeprüfungen einführen.